little talks - #356
Tamara Stocker
Tamara Stocker hat gefühlt früher geschrieben als gesprochen. Ihre Oma hat ihr das in die Wiege gelegt. Mit acht Jahren begann sie, ihr Leben zu dokumentieren, und die Notiz-App am Handy führt diese Gewohnheit bis heute weiter.
Der erste richtige Job war die Tiroler Tageszeitung. Zehn Jahre Redaktion, dann der Wunsch nach einem Tapetenwechsel, weil die Lernkurve flach wurde. Danach die Agenturwelt, PR und Marketing, Texte für fremde Marken.
Parallel dazu die Bühne. 2019 stolperte sie in ihr Poetry-Slam-Debüt, 2021 gewann sie die österreichische Meisterschaft, 2024 den Tiroler Titel. Angekündigt zu werden mit der Liste ihrer Titel mag sie bis heute nicht, weil das eine Erwartung erzeugt, die dann jemand halten muss.
2024 kam dann vieles gleichzeitig. Eine Trennung, ein Umzug, ein Jobwechsel, ein Autounfall. Zum ersten Mal fehlte der Plan, den sie ihr Leben lang gehabt hatte. Rückblickend nennt sie diese Zeit einen Plot Twist. Manchmal führt Planlosigkeit zu den schönsten Sachen.
Im Herbst startet sie in die Selbstständigkeit. Schreiben, Moderation, freie Reden, Workshops an Schulen, eine Ausbildung als Trainerin für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Vieles auf einen Haufen werfen und schauen, was daraus wird.
Im Podcast-Interview spricht Tamara Stocker mit Podcast-Host Robert Pacher über Tagebücher, über Humor als Machtinstrument, über die Frage, gegen wen sich eine Pointe richtet, über Perfektionismus und Selbstzweifel, über Applaus, über Privilegien und vieles mehr.
Tamara Stocker
Poetry Slammerin
© Foto: Die Fotografen