little talks - #357
Ludwig Thoma
Ludwig Thoma suchte nach Sinn. Angestellt in einer Softwareagentur, wollte er etwas bauen, das die Welt ein Stück besser macht. Die erste Idee kam von seinem Vater, Robert Thoma. Daraus wurde KUMSCHO, eine Plattform, mit der sich Events per Crowdfunding finanzieren lassen. Auch der Gedanke, aus dem später Trusted Accounts wurde, stammt vom Vater.
Desinformation, Trollfabriken, die Frage, ob hinter einem Kommentar noch ein echter Mensch steht. Sein Vater hatte in der Medienbranche gearbeitet, über Kommentarspalten sprachen sie schon lange. Aus diesen Gesprächen wurde ein Sprung ins Unbekannte.
Mit seinem Co-Founder Daniel baute er eine Bot-Erkennung, zuerst auf Accountebene, damit in Foren wieder echte Menschen miteinander reden. Später nahm das Impact Hub Tirol das junge Unternehmen Trusted Accounts in das pioneer:impact-Programm auf. Danach stieg Eva Roth als Co-Founderin ein. Gemeinsam entwickelten sie Trusted Accounts weiter zu dem, was es heute ist. Atmosvere. Das Produkt veränderte sich, die Haltung blieb.
Heute schützt Atmosvere ganze Plattformen vor automatisiertem Zugriff. Es erkennt, wer echt ist, ohne zu wissen, wer dahintersteht. Gehostet in Europa, im Besitz eines europäischen Anbieters, weil es einen Unterschied macht, ob nur EU draufsteht oder auch EU drin ist.
Mittlerweile stammt die Hälfte des gesamten Datenverkehrs im Netz von Maschinen. Ludwig Thoma will, dass daneben der Mensch sichtbar bleibt.
Im Podcast-Interview spricht Ludwig Thoma mit Podcast-Host Robert Pacher über den blauäugigen Anfang, über gute und böse Bots, über digitale Souveränität, über Vertrauen im Netz und ein Internet, das menschlich bleiben soll, und vieles mehr.
Ludwig Thoma
Co-Founder von Atmosvere
© Foto: Phil Scholz - Media Lab Bayern